Pokal bleibt in Bremen

Heute (25.8.) ging es wieder um den Roland-Michel-Pokal (der irgendwie verdammt an den Oscar erinnert, aber deutlich mehr Ehre bedeutet als letzterer :-).
Organisiert wurde die Veranstaltung von Dr. Oliver Höpfner (Bremen) und Klaus-Jürgen Herlan (Hamburg).
Eigentlich sollten je 30 Spieler antreten, aber irgendwie hatte sich das mit der Ehre noch nicht zu den Hamburger GMs herumgesprochen,
und einige Spieler schienen überhaupt eine mörderische Zugreise von einer Stunde zu scheuen -
so musste ich an Brett 1 antreten und überhaupt war Bremen DWZ-mäßig klar im Vorteil (1754:1688), nachdem wie üblich ein paar Heimspieler die Seite wechselten.
Danach wurde zweirundig an 26 Brettern gespielt, zweimal mit exakt dem gleichen Ergebnis 16.5:9.5, macht zusammen 33:19.
(DWZ-Erwartung 31:21, im zweiten Durchgang schienen die Bremer etwas vom Glück begünstigt).

Die Bedenkzeit von 1h / Spieler ohne jeden Fischer-Bonus tat ihr Übriges, um für Aufregung zu sorgen, oder wie schon Wilhelm Busch sagte:
In Zeitnot findet manches statt - was sonst nie stattgefunden hat.


Der Vorstandsbär (1. Vorsitzender Boris Bruhn) spielt gegen den Wesertiger (FM Olaf Steffens).
Die Zeit ist schon auf 1:40' gegen 40 Sekunden runter gelaufen und gerade wurde die weiße Dame böse getreten. Notgedrungen stellt sie sich zum Abtausch:
1.De5?? Dxe5? (á Tempo gespielt und besser gewesen wäre sicher 1...Lxe5! ) 2.fxe5, Remis. Auch Funktionäre und Fide-Meister sind nur Menschen.


Der Wilhelmsburger Löwe (FM Dr. Hauke Reddmann) steht seit geraumer Zeit völlig auf Bruch, beantwortet nur noch Tricks mit Gegentricks und hat den Gegner schon auf 30'' runter.
Nun hat er den letzten Lacher, da faktisch Dxd8 erzwungen ist (weder Dd4 noch Dc3 gehen wg. Lxf4 ) - das Endspiel Dame gegen zwei Türme wird mit dieser Zeit dem Weißen noch viel Freude machen.
Der sah aber im Zeitnotnebel nur noch den Angriff auf f4: 1.Dxh6 Dxb2#.
Was bleibt, ist ein schönes Breitenschachevent, bei herrlichem Wetter (zum Schachspielen eigentlich viel zu schade),
vielleicht könnte man beim nächsten Mal noch einen kleinen Kulturteil anhängen, anyway. Hummel Hummel!

Hauke Reddmann (redaktionell bearbeitet)