Erst unlängst auf der JHV 2022 erfuhr ich, daß Schachfreund Peter Rädisch verstorben ist, wie der Link nahelegt, als indirektes Corona-Opfer.
Ich kann nicht behaupten, daß ich Peter "kannte"...aber auf so ziemlich jedem Turnier habe ich ihn getroffen. So verwundert es nicht, daß er einen ganz eigenen Rekord hielt: den an reiner Anzahl von DWZ-Auswertungen. Mehr als 500 waren es, als ich die Hamburger Daten zum letzten Mal erhoben hatte. (Auf deutscher Ebene stand der Rekord bei 600+, so weit ich mich noch erinnere.) Frank Stolzenwald (vermutlich neuer Rekordhalter) mit 400+ wird sicher lange brauchen, um diese Werte einzuholen.
Als Mathematiker hat es mich natürlich interessiert, wie sich die Anzahl der DWZ-Auswertungen verteilt. Experimentelle Rohdaten kann man beim DSB abzapfen. Der Statistiker in mir blökt voreilig "Poisson!", und der Informatiker hackt in 10 Sekunden eine Python-Simulation zusammen (es wird einfach angenommen, daß ein beliebiger Schachspieler mit konstanter Wahrscheinlichkeit ein Turnier spielt und die Aufhörrate ebenfalls konstant ist - das lässt sich natürlich beliebig verfeinern):
from random import seed
from random import random
m = 1000000
n = 100
pup = 0.1
pex = 0.99
arr = [0] * n
seed(0)
for i in range(m):
for j in range(n):
r = random()
if r < pup:
arr[j] += 1
if r > pex:
arr[j] = 0
if i % 10000 == 0: print(sorted(arr))
Hier nun eine Grafik mit 2 Simulationen mit sinnvoll gewählten Werten für obige Wahrscheinlichkeiten (Y Auswertungen, X Anzahl Spieler mit diesem Y):

Hauke Reddmann